Beisitzer*innen

Claudia Egger

Jahrgang 1996 Studentin, Soziale Arbeit

Seit ich elf bin interessiere ich mich für Politik. Als ich damals eine Rede von Hillary Clinton verfolgte und dadurch inspiriert ihre Autobiografie und gleich die ihres Mannes Bill Clinton las, stand für mich fest: ich möchte mich politisch engagieren, um mitzugestalten und Dinge bes-tenfalls zum Positiven verändern. Klingt für erst elf Jahre evtl. komisch, war aber so. Also ver-folgte ich von da an aufmerksam das politische Geschehen vom Kommunalen bis hin zum Weltgeschehen und ganz besonders im selbigen Jahr, 2008 den US Wahlkampf und stand mit meinem Faible für Politik erstmal alleine da. Hillary Clinton war für mich mein Ansporn und mein Vorbild, diesen Weg zu gehen, was als junge Frau inmitten eines noch immer eher män-nerdominierten politischen Umfelds mitunter nicht leicht ist und war. Die gläserne Decke gilt es zu durchbrechen! Acht Jahre lang war ich auf der Suche nach der richtigen Partei. Nach Praktika, interessanten Begegnungen und Einblicken in die verschiedensten Parteien, deren Mitglieder und Struktu-ren, auch u.a. durch mein erstes überparteiliches Ehrenamt als Vorsitzende des Friedberger Jugendrates (vier Jahre), war für mich politisch besonders das Jahr 2015 und die sog. „Flücht-lingskrise“ entscheidend. Als damalige Azubine im Landratsamt Aichach war ich hautnah bei Belegungen von Asylbewerbern in Flüchtlingsunterkünfte im Landkreis dabei und engagierte mich anschließend ehrenamtlich in einem Asylhelferkreis, was bei mir einen bleibenden Ein-druck hinterlassen hat. Die Gesichter von teils schwer traumatisierten Kindern vergisst man nicht. Nach Merkels „wir schaffen das“ und der folgenden politischen Debatte, mit populisti-schen Äußerungen unter der Gürtellinie und dem Schüren von Angst und der Etablierung der AfD in der Parteienlandschaft, war für mich klar Farbe zu bekennen! Vor allem nach einem Praktikum bei Ulrike Bahr (MdB) und Begegnungen mit Genoss*innen und Jusos war ich überzeugt, hier fühle ich mich menschlich und politisch sehr gut aufgehoben! Wir setzen das Wirken unserer mutigen GenossInnen fort, die sich im dritten Reich gegen das Ermächti-gungsgesetz stellten und für ihren politischen Protest gegen die Nazis hart und oft mit dem Tod bestraft wurden. Am 12. August 2016, am Todestag von Bebo Wager (Augsburger Wider-standskämpfer im 3. Reich) bin ich für eine bunte und offene Gesellschaft, Chancengleichheit, gegen Hass und Hetze, für die Gleichstellung der Frau, Frauenrechte, Jugendpartizipation, die politische Aufwertung von sozialen Berufen, Integration, Freiheit, Gerechtigkeit und Solidarität, in die SPD und den Jusos beigetreten.