Schriftführer

Manuel Sontheimer

Jahrgang 1996 Student; Erziehungswissenschaft B.A.

Ich bin Juso, weil die sozialdemokratischen Grundwerte existenzieller Bestandteil meines Seins und Handelns sind. Eine Gesellschaft kann meiner Meinung nach nur funktionieren, wenn sie solidarisch, frei, menschlich und pluralistisch ist. Die Geschichte lehrt, wie eine Gesellschaft ist, in der diese Werte mit Füßen getreten werden. Die aktuelle Lage in unserem Land, aber auch in Europa, in der AfD, CSU & Co. gegen Menschen hetzen, das Rad der Geschichte zurückdrehen wollen und sich als „Retterinnen des Abendlandes“ hochstilisieren wollen, bereitet mir große Sorgen. Auch in den 1920er und 30er Jahren begann es erst damit, dass bestimmte Gruppen (seien es Jüdinnen, Homosexuelle oder auch linke Kräfte) aus der Gesellschaft ausgeschlossen, diffamiert und exkludiert wurden. Der Kampf gegen Rechts und die Verteidigung unserer Werte liegt mir sehr am Herzen. Ein weiterer Grund, Sozialdemokrat zu sein, ist, dass mir Europa sehr am Herzen liegt. Das europäische Projekt ist ein Garant für Frieden, Wohlstand und Freiheit in Zeiten, in denen diese Grundwerte in vielen Staaten immer stärker bekämpft werden. Europa ist bei weitem nicht perfekt. Mein Traum von Europa ist ein vereinigtes, soziales und starkes Europa. Dafür trete ich ein und kämpfe ich. Der dritte Grund, weshalb ich Sozialdemokrat bin, ist der Kampf gegen den ausufernden Kapitalismus und Neoliberalismus. Es wird immer wieder behauptet, Kapitalismus und Globalisierung kommen uns allen zugute. Aber ist das so? Ist es nicht eher so, dass die, die sowieso schon viel haben, mehr bekommen und die, die wenig haben weiter ausgebeutet werden? Ich möchte nicht in einer Welt leben, in der „Wohlstand für alle“ so aufgebaut ist. Ich möchte in einer Welt leben, in der alle Menschen von ihrer Arbeit – sei es Lohn- oder Carearbeit – leben können und auch gut leben können. Ich bin aber auch Juso, um unsere SPD kritisch zu begleiten. In unserer Partei ist nicht alles gut und darauf müssen wir aufmerksam machen. Die SPD muss wieder die starke linke Volkspartei werden, die sie war. Mit dem aktuellen Stillstand in der Politik kommen wir nicht weiter. Wir brauchen neue Wege, neue Ansätze und neue Lösungen – und diese sind nur mit linker, progressiver und zukunftsorientierter Politik möglich.